Newsletter Ausgabe 02/2026
Im Januar haben mehrere Ausschüsse des DIN-Fachbereichs BIM getagt und an zentralen Grundlagen für die Digitalisierung des Bauwesens gearbeitet. Dabei ging es weniger um Softwarefragen, sondern um Normen und Begriffe, die später bestimmen, wie Informationen im Bauwesen strukturiert, ausgetauscht und geprüft werden.
Strategie und Terminologie
Der Ausschuss befasste sich mit übergeordneten Themen. Diskutiert wurden unter anderem der Digitale Produktpass und neue Normungsvorschläge auf ISO-Ebene mit BIM-Bezug. Ziel ist eine einheitliche Begriffswelt und klare fachliche Einordnung, damit Projekte und Anforderungen international vergleichbar bleiben.
Informationsmanagement mit BIM
Hier lag der Schwerpunkt auf BIM-Anwendungsfällen und der Normenreihe ISO 19650. Konkret geht es darum, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt im Projekt benötigt werden und wie diese strukturiert bereitgestellt werden. Diese Festlegungen sind die Grundlage für prüfbare Auftraggeber-Informationsanforderungen und für automatisierte Prüfungen von Modellen.
Datenaustausch (Industry Foundation Classes - IFC)
Der Ausschuss traf sich in Berlin in Präsenz und diskutierte die Weiterentwicklung des offenen Austauschformats IFC. Dieses Format ist entscheidend dafür, dass Modelle zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen verlustarm übertragen werden können und Projekte nicht an proprietären Systemen hängen.
Multimodell-Container (DIN 18290)
Parallel wurde an der Erweiterung der Norm DIN 18290 gearbeitet. Der Multimodell-Container beschreibt, wie verschiedene Fachmodelle, Dokumente und Zusatzinformationen gemeinsam strukturiert abgelegt und verknüpft werden können. Das ist besonders relevant für Koordination, Nachweisführung und Übergabe an den Betrieb.
Digitale Zwillinge
Der zuständige Ausschuss erarbeitete Stellungnahmen zu zwei neuen Normungsprojekten:
- Digital Building Logbook
- Digital twins applied to the built environment – Classification and requirements for maturity levels
Zusätzlich steht die Veröffentlichung der europäischen Norm „Digital twins applied to the built environment – Concept and definitions“ kurz bevor. Sie soll erstmals ein gemeinsames Grundverständnis für den Begriff „Digitaler Zwilling“ im Bau- und Infrastrukturbereich festlegen.


