Was ist LOIN?
LOIN steht für Level of Information Need, also die Informationsbedarfstiefe, die bei der modellbasierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken benötigt wird. Darin enthalten sind die Art, der Umfang und die Qualität der Informationen, die für ein bestimmtes Bauobjekt zu einem bestimmten Zeitpunkt und für einen bestimmten Zwecke erforderlich sind. Dies umfasst sowohl geometrische und alphanumerische Informationen (z. B. Material, Kosten, Termine) als auch dokumentarische Informationen (z. B. Prüfberichte oder Nachweise).
Das bisher verbreitete Konzept des Level of Detail (LOD) hat sich in der BIM-Praxis als unzureichend erwiesen. Seine Definition ist komplex, die Modellinhalte müssen für jedes Projekt neu ausgelegt werden und oft fehlt der Bezug zu konkreten Anwendungsfällen. Der Detaillierungsgrad wurde zudem nicht immer konsequent umgesetzt. Mit dem LOD wurden Geometrie und alphanumerische Informationen gemeinsam über einen starren Detailgrad abgebildet, was häufig zu Unklarheiten oder unnötigem Aufwand führte.
Mit der Einführung der DIN EN 17412-1 wurde das LOD-Prinzip durch das Konzept des „Level of Information Need“ weiterentwickelt. LOIN geht einen anderen Weg: Im Mittelpunkt steht nicht das Bauteil selbst, sondern der konkrete Informationsbedarf in Abhängigkeit vom Anwendungsfall. Dieses Prinzip folgt der Maxime: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Das bedeutet konkret:
- Nur die Informationen, die für eine bestimmte Aufgabe im Projekt wirklich benötigt werden, sollen bereitgestellt werden.
- Überflüssige Details bleiben bewusst unberücksichtigt.
Ein Beispiel: Bei der Planung einer Brandschutztür ist es entscheidend, dass Öffnungsmaße und Feuerwiderstandsklasse korrekt angegeben sind. Für die Planungsphase sind hingegen keine Informationen zu Beschaffungskosten, Wartungsintervallen oder Details wie Drückergarnituren erforderlich.
Bestandteile von LOIN
Ein vollständiger LOIN umfasst drei Dimensionen:
- Geometrische Informationen – Wie detailliert ist die Form oder Lage des Objekts im Modell?
- Alphanumerische Informationen – Welche Eigenschaften, Parameter oder Klassifikationen hat das Objekt?
- Dokumentarische Informationen – Gibt es zugehörige Dokumente, Zertifikate oder Nachweise?




