Digitale Zwillinge gelten als Schlüsselinnovation für die Digitalisierung im Bauwesen.
Ein Digitaler Zwilling ist ein dynamisches, digitales Abbild eines realen Bauwerks. Im Gegensatz zu einem statischen 3D-Modell spiegelt der Digitale Zwilling neben der geometrischen Struktur den Zustand, das Verhalten und die Nutzung eines Bauwerks über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg – in Echtzeit.
Ein Digitaler Zwilling im Bauwesen besteht typischerweise aus den folgenden vier Grundbausteinen:
3D-Modell des Bauwerks: Geometrie, Bauteilinformationen, Raumstrukturen etc. All diese Informationen können auf einem mit Building Information Modeling (BIM) erstellten Bauwerksmodell basieren.
Echtzeitdaten: Erfasst über Sensoren (z. B. Temperatur, CO2-Emission, Belegung, Schwingungen, etc.), Internet of Things (IoT)-Systeme oder manuelle Eingaben.
Datenplattformen: Zentrale Infrastruktur zur Speicherung, Verarbeitung und Vernetzung der Daten, oft als Teil einer Common Data Environment (CDE).
Analyse- und Simulationswerkzeuge: Ermöglichen die Auswertung von Daten, Erstellung von Prognosen (z. B. Wartungsbedarf) und Optimierung des Betriebs.
In der Bau-Planungsphase erlaubt er die Simulation von Szenarien, die Bewertung von Varianten sowie die frühzeitige Identifikation von Risiken. Annahmen können anhand von Daten überprüft und Optimierungspotenziale systematisch genutzt werden.
In der Bauphase unterstützt der Digitale Zwilling die Termin- und Kostensteuerung, ermöglicht transparente Soll-Ist-Vergleiche und verbessert die Qualitätssicherung durch die Verknüpfung von Modell- und Ausführungsdaten.
Neben messbaren Mehrwerten in Planung und Bau ermöglicht der Digitale Zwilling auch ein präventives, zustandsbasiertes Instandhaltungsmanagement (Predictive Maintenance).
Für die öffentliche Hand als verantwortliche Auftraggebende, Betreibende und Eigentümerschaft von Bauwerken bietet der Digitale Zwilling eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Er unterstützt nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben – etwa im Bereich Energieeffizienz, Barrierefreiheit oder Gebäudesicherheit – sondern schafft auch Transparenz und Nachvollziehbarkeit für Planung, Betrieb und Haushaltsführung.




