Newsletter Ausgabe 04/2026
Die Deutsche Bahn (DB) entwickelt seit 2015 spezifische BIM-Standards für das digitale Planen und Bauen in Infrastrukturprojekten. Unter dem strategischen Grundsatz „Erst digital, dann real bauen“ ermöglicht diese BIM-Methodik eine abgestimmte, vernetzte Planung unter Einbeziehung aller Projektbeteiligten. Die zugrundeliegende Strategie wurde 2025 aktualisiert und erweitert.
Strategischer Fokus auf den Anlagenlebenszyklus
Mit dem Ansatz „Von BIM zum digitalen Anlagenlebenszyklus“ knüpft die DB-Infrastruktur an die positiven Erfahrungen mit der BIM-Methodik an und erweitert den bisherigen Fokus auf die Planungs- und Bauphase hin zu einer durchgängigen digitalen Betrachtung der Infrastruktur über den gesamten Lebenszyklus hinweg.
In der Strategie werden folgende Handlungsfelder sowie mittel- und langfristige Maßnahmen beschrieben:
- Standards in der Planung und Bauausführung
- Übergabe der Daten in den Anlagenbetrieb
- Objekt- und Datenmodelle
- Dateninteroperabilität
- Digitaler Zwilling
- Nachhaltigkeit
- Geoinformationssysteme (GIS)-Integration
- Künstliche Intelligenz
- Wissen und Qualifizierung
- Zusammenarbeit mit Prüf-, Aufsichts- und Genehmigungsbehörden
Die neue BIM-Strategie richtet sich an interne und externe Stakeholder und verfolgt damit einen klaren Perspektivwechsel: Digitale Modelle und strukturierte Daten sollen nicht nur Projekte unterstützen, sondern dauerhaft als Grundlage für das Infrastrukturmanagement dienen.
Informationen, die in der Planung und Bauausführung entstehen, sollen so strukturiert erfasst werden, dass sie auch im späteren Betrieb nutzbar bleiben. Dadurch entsteht eine konsistente Informationskette ohne Medienbrüche sowie eine dauerhaft nutzbare digitale Informationsbasis für die Steuerung der Infrastruktur. Ziel ist der Aufbau einer intuitiven, geobasierten Plattform – gewissermaßen ein „Google Maps der Deutschen Bahn“. Sie soll unterschiedliche Systeme miteinander verknüpfen, Zustände visualisieren und die Zusammenarbeit erleichtern. Künstliche Intelligenz soll dabei die Datenpflege unterstützen.
Impulse für die Bau- und Infrastrukturbranche
Als einer der größten öffentlichen Auftraggeber Deutschlands setzt die Deutsche Bahn mit ihrer Digitalstrategie wichtige Impulse für die Bau- und Infrastrukturbranche. Die Digitalisierung der Schieneninfrastruktur schafft klare Orientierung für alle Beteiligten – von Auftragnehmern in Planung und Bauausführung über Sachverständige und Gutachter bis hin zu Verantwortlichen im Bundesministerium für Verkehr (BMV) sowie in Prüf-, Aufsichts- und Genehmigungsbehörden.


