Das Projekt „Rußweiherkreuzung Eschenbach“ umfasst den verkehrlichen Umbau und die sicherheitstechnische Optimierung der Knotenpunktanlage zwischen der Bundesstraße B 470, der Staatsstraße 2122 und der Kreisstraße NEW 1 in Eschenbach in der Oberpfalz. Die Rußweiherkreuzung verbindet die Bundesstraße 470 mit der Staatsstraße 2122 und der Kreisstraße NEW 1. Die B 470 ist eine wichtige Verbindung zwischen den Autobahnen A 93 und A 9. Aufgrund der hohen Verkehrsfrequenz kam es an dieser Stelle immer wieder zu Unfällen. Dies liegt auch daran, dass sich die Kreuzung unmittelbar vor dem Rußweiherbad befindet, das insbesondere im Sommer ein stark frequentiertes Ausflugsziel ist. Ziel für Besucherinnen und Besucher ist. Ziel des Projekts, das das staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach initiiert hat und aktuell vorantreibt, ist es, diese Gefahrenstelle zu entschärfen und gleichzeitig die Verkehrsführung vor dem beliebten Freibadbereich zu verbessern.
Neue Wege in der Verkehrsplanung
Die Lösung: eine versetzte Kreuzung. Durch diese Anordnung werden direkte Fahrzeugquerungen reduziert und der Vorplatz vor dem Rußweiherbad verkehrsberuhigt. Eine neue Fußgängerunterführung ist vorgesehen, um mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrende zu schaffen. Die geometrische Komplexität der versetzten Lösung, insbesondere die exakte Abstimmung der Höhenlagen, Querprofile und Anschlussradien, macht ein präzises, kollisionsfreies Arbeiten erforderlich. Klassische 2D-Pläne stoßen hier schnell an Grenzen, weil räumliche Konflikte erst spät sichtbar würden.
BIM im Einsatz – von der Planung bis zum Betrieb
Die Motivation und das Interesse der Mitarbeitenden für BIM sind groß: Sie eigneten sich das notwendige Knowhow komplett selbst an. Um die Möglichkeiten von BIM voll auszuschöpfen, ist eine Steigerung der Planungsgenauigkeit gegenüber der konventionellen Methodik essenziell. Insbesondere bei der Digitalisierung der Querprofile spielt dies eine Rolle. Das ist wichtig, um die Bildung exakter Volumenkörper zu ermöglichen, denen dann Attribute zugewiesen werden. Dieser Vorgang schafft eine direkte Verbindung zwischen Planung, Ausschreibung und Bauabwicklung. Durch die modellbasierte Abbildung der komplexen Erdbausituation sind Massenermittlungen frühzeitig abgesichert und Varianten fundiert vergleichbar. Das Modell dient zudem als durchgängige Datenbasis für alle Beteiligten. Der Vorteil: Änderungen werden sofort im Gesamtzusammenhang sichtbar.
Auch für die spätere Betriebsphase wird das Modell Mehrwerte bieten: Die modellierten Bauteile können in digitale Bestandsunterlagen überführt werden, was Wartung und spätere Anpassungen erleichtert.
Zusammenarbeit stärken, Fehler vermeiden, Nachhaltigkeit steigern
Ein zentralerVorteil von BIM liegt in der verbesserten Zusammenarbeit. Durch den modellbasierten Austausch greifen Objektplanung, BIM-Management und Ausführung effizient ineinander. Frühzeitig erkannte Planungsfehler senken das Risiko kostspieliger Nachbesserungen in der Bauphase. Gleichzeitig erleichtern 3D-Modelle die Visualisierung komplexer Geometrien. Zudem bietet BIM eine hervorragende Basis für lebenszyklusorientiertes Bauen und sorgt somit für mehr Nachhaltigkeit im Straßenbau.
Gerade bei versetzten Knotenpunkten ist die Kollisionsprüfung zwischen Verkehrswegen, Entwässerung, Leitungen und der neuen Untergrundführung entscheidend – das BIM-Modell hat hier Kollisionen sichtbar gemacht, bevor sie auf der Baustelle entstanden wären.
Die modellgestützte Prüfung unterschiedlicher Bauphasen liefert außerdem, eine robuste Grundlage für Verkehrsführungen während der Bauzeit und reduziert das Risiko von längeren Sperr- und Behinderungszeiten.
Näher an der Öffentlichkeit
Das Projekt zeigt auch, wie BIM die Kommunikation mit der Öffentlichkeit verändern kann. Auf der Eschenbacher Gewerbeschau PEGA stellte das Staatliche Bauamt das Vorhaben mithilfe einer 3D-Brille vor. Besucherinnen und Besucher konnten so virtuell durch die geplante Kreuzung navigieren. Die immersive Darstellung stärkte das Vertrauen und förderte die Akzeptanz. Das war ein entscheidender Beitrag für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit.



