Newsletter Ausgabe 05/2026
Mit dem Bauportal.NRW stellt das Land Nordrhein-Westfalen eine zentrale digitale Plattform rund um das Planen, Genehmigen, Bauen und Betreiben bereit. Das Portal richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Bauaufsichtsbehörden, öffentliche Auftraggeber, Architekturbüros, Ingenieurbüros sowie weitere Akteure der Bau- und Immobilienwirtschaft. Das Portal trägt dazu bei, Informationen, Verwaltungsprozesse und digitale Methoden an einer Stelle zusammenzuführen und den Zugang zu baubezogenen Themen deutlich zu vereinfachen.
Das Bauportal bündelt dabei ein breites Spektrum an Inhalten. Dazu gehören digitale Antrags- und Genehmigungsverfahren (OZG-basierte „Einer-für-Alle“-Lösung EfA) Fachinformationen zu Bauordnung und Bauleitplanung, Hinweise für Kommunen und Bauaufsichtsbehörden, Qualifizierungsangebote sowie Inhalte zur Digitalisierung des Bauwesens. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einführung und Anwendung von Building Information Modeling in Nordrhein-Westfalen. Das Land verfolgt dabei das Ziel, digitale Methoden stärker in die öffentliche Baupraxis zu integrieren und Kommunen sowie Projektbeteiligte bei der Umsetzung zu unterstützen.
Im Themenbereich „BIM-Mehrwerte im Bereich Nachhaltigkeit“ zeigt das Bauportal.NRW beispielsweise auf, welchen konkreten Beitrag strukturierte digitale Bauwerksdaten für nachhaltige Bauprojekte leisten können. Beschrieben wird, wie Informationen zu Materialien, Mengen, technischen Eigenschaften, Umweltkennwerten oder Lebenszykluskosten modellbasiert erfasst und über Planung, Bau, Betrieb und Rückbau hinweg konsistent verfügbar gemacht werden können. Dadurch entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen, etwa für CO₂-Bewertungen, Ressourceneinsatz, Kreislauffähigkeit oder langfristige Instandhaltungsstrategien. Gleichzeitig wird deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht isoliert betrachtet wird, sondern als integraler Bestandteil digitaler Projektabwicklung verstanden wird.
Darüber hinaus stellt das Bauportal.NRW auch Praxisprojekte vor, die die Anwendung digitaler Methoden im öffentlichen Bauen konkret veranschaulichen. Ein Beispiel ist das Kreisarchiv Viersen, das zeigt, wie BIM in einem kommunalen Bauvorhaben eingesetzt wird, um Planungs-, Bau- und Betriebsinformationen strukturiert aufzubauen und langfristig nutzbar zu machen. Über dieses Projekt hatte BIM Deutschland bereits in der Newsletter Ausgabe 04/2026 berichtet. Die Darstellung im Bauportal.NRW verdeutlicht, wie solche Praxisbeispiele zunehmend als Referenz für digitale und nachhaltige Bauprozesse genutzt werden.
Das Bauportal.NRW wird kontinuierlich fachlich weiterentwickelt. Zu den Erweiterungen zählen der Ausbau der digitalen BIM-Wissensplattform für Kommunen, neue interaktive Unterstützungsangebote wie Self-Assessments und Quick-Checks zur Einordnung des eigenen BIM-Reifegrads sowie zusätzliche Expertenbeiträge aus der kommunalen Praxis. Parallel werden in Nordrhein-Westfalen aktuell auch BIM-basierte Ansätze für digitale Genehmigungsprozesse weiter untersucht. Erste Ergebnisse aus landesgeförderten Forschungs- und Pilotvorhaben zeigen, dass modellbasierte Prüfprozesse das Potential besitzen, Verwaltungsabläufe künftig strukturierter, nachvollziehbarer und effizienter zu gestalten. Hier geht Kreis Steinfurt mit gutem Beispiel voran. Der Kreis startet als erster Kreis in NRW mit voll-digitalisiertem Verfahren für den Bauantrag.


