Newsletter Ausgabe 04/2026
Mit dem Neubau des Kreisarchivs hat der Kreis Viersen erstmals ein Bauprojekt mit der Methode Building Information Modeling umgesetzt. Ziel war es, digitale Planungsmethoden in der kommunalen Baupraxis zu erproben und gleichzeitig die Grundlage für eine zirkuläre Wertschöpfung im Bauwesen zu schaffen. Das 2022 fertiggestellte Gebäude bündelt heute Archivbestände an einem zentralen Standort und ersetzt mehrere zuvor genutzte Lagerorte.
Ein zentrales Anliegen des Projekts war es, durch BIM Planungs- und Kommunikationsprozesse zu verbessern. Zu den definierten BIM-Zielen gehörten eine bessere Zusammenarbeit der Projektbeteiligten, eine frühzeitige Fehlererkennung, klarere Koordinations- und Verantwortungsstrukturen sowie eine verbesserte Planung des späteren Rückbaus. Darüber hinaus sollte BIM dazu beitragen, Nachhaltigkeitsaspekte stärker zu berücksichtigen und die verwendeten Materialien systematisch zu dokumentieren.
Im Projekt wurden mehrere konkrete BIM-Anwendungsfälle umgesetzt. Dazu gehörten insbesondere die Koordination und Integration der Fachplanungen, die Visualisierung der Objekt- und Fachplanung sowie die digitale Bauwerksdokumentation. Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Planung des späteren Rückbaus, um Materialien und Bauteile im Sinne einer zirkulären Bauweise nachvollziehbar zu dokumentieren und langfristig wiederverwendbar zu machen.
Die Einführung von BIM wurde organisatorisch durch den Kreis Viersen aktiv begleitet. Innerhalb des Gebäudemanagements wurden neue Strukturen für Informations- und BIM-Management aufgebaut, externe Beratung hinzugezogen und Schulungen durchgeführt. Auch eine Kollaborationsplattform sowie modellbasierte Prüfwerkzeuge wurden eingeführt, um die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten zu unterstützen.
Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt zeigen, dass BIM einen Mehrwert für Planung und Koordination liefern kann. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nicht alle gesetzten Ziele vollständig umgesetzt werden konnten. Insbesondere aufgrund der späten Einbindung von BIM in das Projekt sowie fehlender vertraglicher Grundlagen mussten einzelne Ziele nachträglich durch das Gebäudemanagement weiterbearbeitet werden. Dennoch bewertet der Kreis Viersen das Projekt als wichtigen Schritt für die eigene BIM-Einführung. Die gewonnenen Erfahrungen bilden die Grundlage für zukünftige Projekte und für die schrittweise Weiterentwicklung der BIM-Anwendung innerhalb der Kreisverwaltung.
Quelle: Bauportal-NRW


