Newsletter Ausgabe 09/2026
Geoinformationssysteme (GIS) erfassen, verwalten, analysieren und visualisieren raumbezogene Daten, etwa zu Gelände, Verkehrsnetzen, Gewässern, Schutzgebieten und Leitungen. Georeferenzierte Informationen lassen sich in thematischen Ebenen kombinieren. So entsteht ein digitales Abbild eines Projektumfelds.
Bei Infrastrukturprojekten lassen sich Informationen aus BIM-Modellen und GIS je nach Anwendungsfall miteinander verknüpfen. Während das BIM-Modell das Bauwerk mit seinen Bauteilen und Eigenschaften beschreibt, bildet GIS den räumlichen Kontext ab. Dadurch lassen sich digitale Modelle für Straßen, Brücken oder Tunnel gemeinsam mit Gelände-, Umwelt- und Leitungsdaten betrachten und auswerten.
Es gibt verschiedene Integrationsansätze zur Verknüpfung von BIM und GIS, insbesondere im Hinblick auf die Richtung des Datenflusses. GIS-to-BIM bezeichnet die Übertragung von Geodaten in die BIM-Umgebung. So können beispielsweise GeoJSON-Dateien Biotope, Wasserschutzgebiete oder andere sensible Flächen im Koordinationsmodell darstellen. Dadurch werden räumliche Randbedingungen direkt im Modell sichtbar und können vom Planungsteam frühzeitig berücksichtigt werden. Bei BIM-to-GIS werden dagegen Informationen aus BIM-Modellen in eine GIS-Umgebung überführt. Dort lassen sich Bauwerke großräumig verorten, mit weiteren Geodaten verknüpfen und räumlich analysieren. Die gemeinsame Visualisierung kann über GIS-Anwendungen oder webbasierte Plattformen erfolgen. BIM-and-GIS beschreibt schließlich die parallele Nutzung beider Systeme auf Grundlage einer gemeinsamen Georeferenzierung. Dieser Ansatz setzt abgestimmte Prozesse und geeignete Softwarelösungen voraus.
Die DEGES untersucht in mehreren Pilotprojekten die Potenziale der Integration von BIM und GIS, insbesondere im Rahmen des BIM-to-GIS-Ansatzes. So wurden in einem Abschnitt der A 14 bei Leipzig Fahrbahnen und Überführungen aus Daten im Format Industry Foundation Classes (IFC) in georeferenzierte GIS-Ebenen überführt. Das Projekt diente damit als Grundlage für einen ersten Arbeitsablauf zur Übertragung von IFC-Daten in eine GIS-Umgebung.





