Newsletter Ausgabe 07/2026
Die EU BIM Task Group hat im April 2026 ihr zweites Handbuch „BIM and Twin Transition“ für die Anwendung von BIM im öffentlichen Bauwesen veröffentlicht.
Es verfolgt das Ziel, öffentliche Auftraggeber und politische Entscheidungsträger in der EU bei der Umsetzung der „Twin Transition“ als doppelter Wandel hin zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu unterstützen und ein widerstandsfähiges, grüneres und digitales Bauökosystem zu gewährleisten.
Die Publikation ist als praxisorientierter Leitfaden für strategische Entscheidungen und Umsetzung durch öffentliche Aufgabenträger konzipiert und hat die Intention, die Basis für die weitere Digitalisierung des EU-Bausektors zu legen. BIM und weiteren digitalen Methoden wird eine Schlüsselrolle zugeschrieben, um Bauwerke lebenszyklusorientiert, materialsparend und energieeffizient zu planen und zu betreiben.
Ausgehend von einer Analyse der derzeitigen EU-Vorgaben bzw. Strategien wie den „European Green Deal“ und den „Circular Economy Action Plan“ werden die Chancen und Herausforderungen bestehender Datenmethoden – „Life Cycle Assessment (LCA)“ und BIM – erörtert. Darüber hinaus werden digitale Instrumente wie „Environmental Product Declarations“ (EPD - Umweltproduktdeklarationen), „Digital Product Passports“ (DPP - Digitale Produktpässe) sowie „Digital Building Logbooks“ (DBL - Digitale Gebäudedossiers) sowie deren gemeinsame Rolle für eine erfolgreiche Umsetzung der „Twin Transition“ beleuchtet. Abschließend werden Umsetzungsstrategien sowie ein Ausblick auf die „Twin Transition“ bis zum Jahr 2030 präsentiert. Das Handbuch vereint Erkenntnisse aus Forschung und Praxis und spiegelt den aktuellen Stand eines laufenden Prozesses wider; für die Zukunft werden weitere Erkenntnisse aus zusätzlichen Anwendungsfällen erwartet, die in einer nachfolgenden Version vorgestellt werden sollen.
Das Handbuch behandelt insbesondere die folgenden thematischen Kernbereiche:
- Optimierung von Metadaten über den Lebenszyklus: Bauwerke erhalten einen digitalen Lebenslauf. Metadaten sind dabei die strukturierte Beschreibung des Gebäudes, wie etwa Materialeigenschaften, Brandschutzklassen, Einbaudaten oder Wartungsintervalle von Komponenten. Anstatt diese Informationen in unzusammenhängenden Dokumenten zu führen, werden sie standardisiert direkt mit dem digitalen Gebäudemodell verknüpft. Diese durchgehende Datenverfügbarkeit stellt sicher, dass alle Beteiligten auf dieselben verlässlichen Informationen zugreifen können.
- Strategischer Rahmen für öffentliche Auftraggeber: Das Handbuch vermittelt das notwendige Wissen, damit die öffentliche Hand eine aktive Führungs- und Vorreiterrolle einnehmen kann. Durch konvergente, europaweit angeglichene Anforderungen und eine einheitliche Terminologie werden Missverständnisse sowie nationale Abweichungen in den Märkten reduziert.
- Wettbewerb und Kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU)-Integration: Ein wesentliches Ziel des Leitfadens ist es, konsistente digitale Arbeitsweisen zu definieren. So werden Innovationen gefördert und ein fairer Wettbewerb gestärkt. Dies sichert insbesondere KMUs den Zugang zum digitalen Baumarkt.
- Nachhaltigkeit und Effizienz (Ausblick bis 2030): Die dargelegten Implementierungsstrategien zeigen auf, wie durch die Digitalisierung signifikante Kosteneinsparungen, Produktivitätssteigerungen und eine Verringerung von Risiken realisiert werden können. Zugleich liefert der Leitfaden konkrete Ansätze zur Bewältigung ökologischer Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourceneffizienz.
Die EU BIM Task Group freut sich über Anregungen und Feedback unter admin@eubim.eu.
Direktlink zum Handbuch (Englisch): eubim.eu/read-the-second-handbook-of-the-eu-bim-task-group-on-twin-transition/


