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Projekt BIM4Gov
BIM als Grundlage datenbasierter Genehmigungsprozesse

BIM-Wissen

Newsletter Ausgabe 04/2026

 

Das Interreg Projekt BIM4Gov verfolgt das Ziel, BIM direkt in komplexe wirtschaftliche Verfahren und Genehmigungsprozesse zu integrieren. Damit wird das BIM-Modell nicht mehr nur als Planungsinstrument verstanden, sondern als zentrales Informationsmedium, auf dessen Grundlage Entscheidungen getroffen werden. Statt klassischer Planunterlagen treten strukturierte, maschinenlesbare Daten in den Vordergrund, die auf offenen Standards wie Industry Foundation Classes (IFC) basieren und eine automatisierte Weiterverarbeitung ermöglichen.

Der Ansatz adressiert ein grundlegendes Defizit vieler heutiger Verfahren. Genehmigungsprozesse sind häufig fragmentiert, stark dokumentenbasiert und von manuellen Prüfungen geprägt. BIM4Gov setzt genau hier an und etabliert eine datengetriebene Logik. Standardisierte Informationsanforderungen, konsistente Datenmodelle und definierte Austauschprozesse schaffen die Grundlage dafür, dass Prüfungen teilweise automatisiert und Entscheidungen transparenter getroffen werden können. Routinetätigkeiten werden reduziert, während die fachliche Bewertung weiterhin bei den zuständigen Stellen verbleibt.

Inhaltlich konzentriert sich das Projekt auf die Durchgängigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Von der Stadtplanung über Entwurf und Ausführung bis hin zur Genehmigung und dem späteren Betrieb werden einheitliche Datenstrukturen und Übergabepunkte definiert. Damit entsteht ein konsistenter Informationsfluss, der Medienbrüche vermeidet und die Weiterverwendung von Daten ermöglicht. Insbesondere die Anbindung an bestehende Systeme wie Geoinformationssystem (GIS), Computer-aided Facility Management (CAFM) oder Asset-Management wird mitgedacht, wodurch BIM auch im Betrieb und im Kontext Digitaler Zwillinge wirksam wird.

Ein konkretes Beispiel für die Umsetzung liefert die Stadt Tallinn. Dort wird im Rahmen von BIM4Gov ein strukturierter Implementierungsansatz (TAL-BIM) entwickelt. Im Rahmen des Projekts soll die BIM-Implementierung konsequent verknüpft über die Bereiche Stadtplanung, Design, Zulassung bis zur Übergabe und Anlagenmanagement (einschließlich digitalem Zwilling und Anlageregister) erfolgen. Im Ergebnis sollen zum 31.07.2029 offen zugängliche Informationsanforderungen für Gebäude und Infrastruktur entstehen, sodass effizientere Genehmigungsverfahren möglich werden. 

Quelle: Interreg Europe

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