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Neues aus dem DIN-Normenausschuss Bauwesen

Newsletter Ausgabe 05/2026

 

Im April kamen internationale Expertinnen und Experten der ISO-Arbeitsgruppe ISO/TC 59/SC 13/JWG 12 zusammen. Im Mittelpunkt stand die Weiterentwicklung der IFC-Normung auf internationaler Ebene. Aktuell wird unter anderem an der Weiterentwicklung von IFC 4.4 sowie an zukünftigen IFC-Strukturen gearbeitet. Für dieses Jahr ist zudem ein internationaler IFC-Workshop in Oslo geplant, der im Rahmen der Sitzungswoche des ISO/TC 59 „Buildings and civil engineering works“ stattfinden soll.

Für Anwendende ist diese Entwicklung besonders relevant, da IFC als herstellerneutraler Austauschstandard die Grundlage für den modellbasierten Datenaustausch zwischen Planung, Bauausführung und Betrieb bildet. Weiterentwicklungen beeinflussen damit unmittelbar die Interoperabilität eingesetzter Softwarelösungen sowie die Qualität digitaler Übergabeprozesse.

Auch auf nationaler Ebene wurden wichtige Fortschritte erzielt. In mehreren Arbeitssitzungen wurde die deutsche Fassung der EN ISO 29481-1 und -2 „Information Delivery Manual (IDM)” final abgestimmt. Die Veröffentlichung der überarbeiteten Normen steht kurz bevor. 

Das IDM unterstützt Organisationen dabei, Informationsanforderungen, Rollen und Prozessabläufe eindeutig zu definieren. Für Auftraggebende und Projektteams schafft dies eine belastbarere Grundlage zur Beschreibung digitaler Lieferprozesse und zur Ableitung konkreter BIM-Anwendungsfälle.

Parallel dazu laufen die Vorbereitungen zur Veröffentlichung der DIN EN 18162, die grundlegenden Begriffe und Konzepte für den Einsatz von Digitalen Zwillingen im gebauten Umfeld definiert.

Die Norm schafft ein einheitliches Begriffsverständnis im europäischen Kontext. Für Anwendende reduziert dies Interpretationsspielräume in Projekten und erleichtert die Entwicklung interoperabler Strategien für Planung, Betrieb und datenbasierte Bewirtschaftung.

Darüber hinaus werden die eingegangenen Kommentare zur Überarbeitung der ISO 19650-1 und -2 beraten, die international zentralen Grundlagen für das Informationsmanagement mit BIM bilden. Die Überarbeitung wird langfristig beeinflussen, wie Informationsanforderungen formuliert, Verantwortlichkeiten organisiert und Datenübergaben in öffentlichen wie privaten Bauprojekten strukturiert werden.

Auch auf europäischer Ebene laufen die Vorbereitungen für die nächste Sitzung des CEN/TC 442 „Building Information Modelling (BIM)”. Dort werden strategische Entwicklungen, die Koordinierung der Arbeitsgruppen sowie das zukünftige Arbeitsprogramm der europäischen BIM-Normung abgestimmt. Die dort getroffenen Entscheidungen wirken sich mittel- bis langfristig auf nationale Regelwerke, öffentliche Beschaffungsprozesse und die praktische Umsetzung digitaler Standards in Europa aus.

 

Quelle: Deutsches Institut für Normung e.V.

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