Newsletter Ausgabe 06/2026
Der Neubau der Feuerwache in Düsseldorf-Kaiserswerth kombiniert eine moderne Einsatzinfrastruktur mit nachhaltigem Bauen und digitaler Planung. Im Sommer 2025 wurde der Neubau offiziell fertiggestellt und in Betrieb genommen. Der neue Standort löste damit die bisherige Wache ab, deren bauliche Weiterentwicklung langfristig nicht mehr wirtschaftlich und funktional umsetzbar war.
Die Feuerwache Kaiserswerth zählt zu den ersten kommunalen Pilotprojekten der Stadt Düsseldorf unter Anwendung von Building Information Modeling. Da zu Projektbeginn noch keine Erfahrungen aus vergleichbaren Vorhaben vorlagen, wurden die BIM-Anwendungsfälle bereits in den Auftraggeber-Informationsanforderungen, sondern im BIM-Abwicklungsplan definiert. Insgesamt wurden acht Anwendungsfälle beauftragt, darunter die modellbasierte Bemessung und Nachweisführung sowie die digitale Bauwerksdokumentation. Ergänzend wurden Anwendungsfälle zur Nachhaltigkeitsbewertung für die Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) nachbeauftragt, insbesondere zur Durchführung einer Ökobilanz.
Zur Umsetzung wurden im BIM-Abwicklungsplan zusätzlich projektspezifische Modellierungsvorgaben festgelegt, die gemeinsam mit einer externen Organisation für das BIM-Management entwickelt wurden. Diese Vorgaben umfassen sowohl die Modellstruktur und Modellinhalte als auch konkrete Anforderungen an den Export mittels Industry Foundation Classes (IFC) aus der eingesetzten Modellierungssoftware. Erst dadurch konnten die definierten BIM-Anwendungsfälle konsistent umgesetzt werden.
Bereits in frühen Planungsphasen konnten mit Hilfe der BIM-Methode verschiedene Fassadenvarianten untersucht und die Sonneneinstrahlung für die optimale Ausrichtung der Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher simuliert werden. Darüber hinaus ermöglichte das digitale Gebäudemodell eine lebenszyklusorientierte Betrachtung von Kohlenstoffdioxid-Vermeidungsstrategien. Durch den Einsatz von CO₂-optimiertem Beton, nachwachsenden Rohstoffen und einer auf Wiederverwendung ausgerichteten Materialstrategie können im Vergleich zu einem konventionellen Neubau rund 800 Tonnen CO₂ eingespart werden. Die modellgestützte Visualisierung unterstützte zudem die Entscheidungsfindung in politischen Gremien. Das Projekt schafft damit die Grundlage für eine angestrebte DGNB-Platin-Zertifizierung.
Aus dem Pilotprojekt nimmt die Stadt Düsseldorf konkrete Erfahrungen für zukünftige Vorhaben mit. Insbesondere wurde deutlich, dass BIM und Nachhaltigkeit nur gemeinsam ihr volles Potenzial entfalten. Die zentrale Erkenntnis aus dem Projekt lautet daher: Wer Nachhaltigkeit will, kommt um BIM nicht herum.




