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Kommunales Bauen neu gedacht – BIM-Projekt der Stadt Ebern

BIM Praxis

Visualisierung der LBD Ebern | © karlundp Gesellschaft von Architekten mbH, München

Mit dem Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Landesbaudirektion Bayern in Ebern setzt die Kommune erstmals konsequent auf die BIM-Methode und betritt damit Neuland in der eigenen Baupraxis. Das Projekt wird vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt (Bauherr) als Pilotvorhaben umgesetzt und zeigt exemplarisch, wie digitale Planungs- und Koordinationsmethoden auch bei kommunalen Hochbauprojekten sinnvoll eingesetzt werden können. Der Neubau soll rund 100 Arbeitsplätze aufnehmen, der Baubeginn war 2025 und die Fertigstellung für Ende 2026 geplant.

Die Entscheidung für den Einsatz von BIM fiel aus einem konkreten Bedarf heraus. Das Bauvorhaben ist technisch anspruchsvoll, zeitlich eng getaktet und unterliegt den typischen Restriktionen öffentlicher Projekte, insbesondere im Hinblick auf Kosten- und Terminsicherheit. Um die zunehmende Komplexität besser beherrschen zu können, wurde BIM ab der Entwurfsplanung eingeführt und als zentrales Arbeitsinstrument etabliert. Alle Projektbeteiligten arbeiten seitdem über eine gemeinsame digitale Projektumgebung, in der Modelle, Pläne und Dokumente koordiniert und versionssicher bereitgestellt werden.

Ein wesentlicher Mehrwert des BIM-Einsatzes liegt in der verbesserten Planungskoordination. Durch die modellbasierte Zusammenarbeit lassen sich Abstimmungsprobleme zwischen Architektur, Tragwerksplanung und technischer Gebäudeausrüstung frühzeitig erkennen. Planungsfehler werden damit nicht erst auf der Baustelle sichtbar, sondern bereits in der Entwurfs- und Ausführungsplanung adressiert. Für den öffentlichen Bauherrn bedeutet dies eine deutlich höhere Planungssicherheit und eine Reduzierung von Nachträgen.

Darüber hinaus schafft BIM Transparenz bei Kosten und Terminen. Mengen, Bauabläufe und Planungsstände sind konsistent nachvollziehbar und bilden eine belastbare Grundlage für Steuerungsentscheidungen. Gerade für Kommunen, die mit begrenzten personellen Ressourcen arbeiten, ist diese Transparenz ein entscheidender Faktor, um Projekte aktiv zu steuern und Risiken frühzeitig zu erkennen.

Der Nutzen des digitalen Modells endet nicht mit der Fertigstellung des Gebäudes. Bereits in der Planung wird darauf geachtet, dass relevante Informationen für den späteren Betrieb strukturiert erfasst werden. Damit entsteht eine digitale Grundlage für Bewirtschaftung, Instandhaltung und zukünftige Anpassungen des Gebäudes. Der Neubau der Landesbaudirektion wird effizient geplant und gebaut, und auch langfristig besser betreibbar.

Das Projekt in Ebern zeigt, dass auch kleinere Kommunen von der BIM-Methode profitieren können, wenn sie gezielt eingesetzt und an den eigenen Bedarf angepasst wird. Ebern nutzt BIM, um Transparenz zu schaffen, Risiken zu reduzieren und die Qualität öffentlicher Bauprojekte nachhaltig zu verbessern. Das Vorhaben kann damit als praxisnahes Beispiel für andere Städte und Gemeinden dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Im Auftrag von:

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