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Kita „Zauberwelt“ in Heiligenhaus
Wie ein As-Built-Modell BIM-Daten für Betrieb, Umbau und Rückbau nutzbar macht

Newsletter Ausgabe 09/2026

 

Das As-Built-Modell bildet den tatsächlich ausgeführten Zustand eines Bauwerks digital ab. Während der Bauausführung fließen bauliche Änderungen und Abweichungen kontinuierlich in das Modell ein. Zum Projektabschluss enthält der Datenbestand räumliche Strukturen, technische Anlagen, Materialangaben und ausgewählte Betriebsinformationen. Das BIM-Modell geht so von der Planungs- in die Nutzungsphase über und dient Bauherrschaft und Gebäudemanagement als strukturierte Grundlage für Betrieb und Instandhaltung. 

Ein anschauliches Praxisbeispiel ist die Kita „Zauberwelt“ mit integriertem Stadtteilzentrum in Heiligenhaus. Der Neubau mit rund 1.087 Quadratmetern Nettogrundfläche wurde im September 2025 fertiggestellt. Das Projektteam plante das Gebäude nach dem Open-BIM-Ansatz und entwickelte das integrale Koordinations- und Planungsmodell zu einem umfassenden As-Built-Modell weiter. Der Datenbestand umfasst technische Anlagendaten, detaillierte Raumpläne und Informationen zu den eingesetzten Materialien. Durch seine plattformunabhängige Struktur bleibt er auch in künftigen Systemen nutzbar.

Der praktische Nutzen des As-Built-Modells für Bauherrschaft und Gebäudemanagement entsteht durch die Verbindung geometrischer und alphanumerischer Informationen. Herstellerangaben, Wartungsintervalle und Gewährleistungsfristen lassen sich direkt einzelnen Anlagen oder Bauteilen zuordnen. Raum- und Flächeninformationen sowie technische Daten stehen damit auf einer gemeinsamen Datengrundlage bereit. Mitarbeitende im Gebäudemanagement können gezielt auf Informationen zugreifen, die sie für Wartung, Reinigung, Flächenmanagement oder die Prüfung von Gewährleistungsansprüchen benötigen.

Die Datenbasis lässt sich auch in Computer-Aided-Facility-Management-Systeme, kurz CAFM, integrieren. Während das As-Built-Modell die strukturierte Informationsbasis liefert, unterstützt das CAFM-System die operativen Abläufe des Gebäudebetriebs. Eine plattformunabhängige Modellstruktur erleichtert die Weiterverwendung in unterschiedlichen Systemumgebungen und hält die Daten auch für künftige technische Entwicklungen anschlussfähig. Voraussetzung dafür ist die konsequente Fortschreibung des Planungsmodells bis zum dokumentierten Endzustand.

Auch bei Umbauten, Erweiterungen und Sanierungen ist das As-Built-Modell unmittelbar nutzbar. Planende greifen auf dokumentierte Raumstrukturen, technische Anlagen und verbaute Materialien im tatsächlich realisierten Bestand zu. Das reduziert erneute Bestandserfassungen und schafft eine belastbare Grundlage für Eingriffe. Zugleich liefert das Modell Daten zu Materialtypen, Mengen und Eigenschaften. So lassen sich Wiederverwendungs- und Recyclingpotenziale bewerten und fundierte Entscheidungen für Umbau, Rückbau und Kreislaufwirtschaft treffen.

Das Praxisbeispiel zeigt, wie ein BIM-Modell nach Abschluss der Bauausführung weitergenutzt werden kann. Die Übergabe des Gebäudes markiert dabei den Beginn der betrieblichen Datennutzung. Ein fortgeschriebenes As-Built-Modell schafft einen eindeutigen Bezug zwischen realem Bauteil, technischer Anlage und zugehöriger Information. Genau diese Verbindung trägt den digitalen Datenbestand durch Betrieb, Umbau und Rückbau.

Abbildung 1: Foto Kita Zauberwelt | © Brüninghoff
Schaubild Modellinformation | © Planungsbüro PLANSITE

Hauptquelle: Stadt Heiligenhaus

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