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Interview mit dem Beirat von BIM Deutschland
Dr. Reinhold Achatz

Newsletter Ausgabe 09/2026

 

Der Beirat berät das Kompetenzzentrum BIM Deutschland bei fachlichen Fragestellungen und fungiert als Schnittstelle zwischen Baupraxis und Politik. Im Beirat sind alle relevanten Rollen der Wertschöpfungskette Bau vertreten. Durch die weitreichende und exzellente Praxiserfahrung seiner Mitglieder unterstützt der Beirat die Implementierung der Digitalisierung im Bauwesen und ist ein wichtiger Impulsgeber.

Weitere Informationen zum Beirat und seinen Mitgliedern finden Sie hier.

Steckbrief

Name: Dr. Reinhold Achatz

Position: Vorstandsvorsitzender und Präsident der International Data Spaces Association (IDSA)

Rolle im Beirat: Data Spaces und Daten-Ökosysteme

Beiratsmitglied seit: 2026

Um zu erfahren, wie ein sicherer und souveräner Datenaustausch in der Bauwirtschaft gestaltet werden kann, haben wir mit Dr. Reinhold Achatz gesprochen. Als Experte für Data Spaces und Daten-Ökosysteme sowie als Vorstandsvorsitzender der International Data Spaces Association (IDSA) beschäftigt er sich intensiv mit dem organisationsübergreifenden Austausch von Daten. Als Mitglied des Beirats von BIM Deutschland bringt er seine umfassende Erfahrung zu sicheren und souveränen Datenräumen für die gesamte Wertschöpfungskette Bau ein.

  • Herr Dr. Achatz, ein erfolgreiches BIM-Projekt erfordert, dass viele Akteure, vom Planer bis zum Bauunternehmer, eng zusammenarbeiten und Daten teilen. In der Praxis herrschen jedoch oft Vorbehalte, wertvolles Wissen preiszugeben. Wie können Data Spaces und moderne Daten-Ökosysteme hier als Ermöglicher wirken, um Vertrauen und Datensouveränität im Bauwesen zu steigern?

    Datenräume sind eine optimale Lösung zur Organisation des sicheren und souveränen Datenaustausches zwischen verschiedenen Partnern. 

    Eine der wesentlichen Eigenschaften von Datenräumen (Data Spaces), wie sie von der International Data Spaces Association definiert werden, ist trust-by-design. 

    Beim Zugang zu einem Datenraum identifiziert sich jeder Teilnehmer und die Identität wird auch zyklisch im Hintergrund geprüft. Damit kann jeder Teilnehmer sicher sein, dass er wirklich mit dem Partner kommuniziert, mit dem er kommunizieren möchte. 

    Zusätzlich können zu jedem Datum vor dem Austausch Nutzungsbedingungen hinzugefügt werden. Durch diese können Art der Nutzung, die Dauer der Nutzung bzw. der Gültigkeit der Daten und weitere Eigenschaften festgelegt werden. Dies gibt dem Datengeber die Sicherheit, dass er die Hoheit über seine Daten behält, auch wenn er sie teilt.

    Data Spaces haben eine dezentrale Architektur. Die Daten selbst werden nicht in einem zentralen Data Lake gespeichert, sondern verbleiben beim „Eigentümer“ und werden nur gezielt mit dem gewünschten Partner geteilt.

    Mit all diesen Features wird die Datensouveränität sichergestellt.
     

  • Wie gelingt es, die Entwicklung von Open-BIM noch konsequenter in den Mittelpunkt zu stellen, damit BIM-Daten nicht in isolierten Systemen (Closed-BIM) stranden, sondern als offene, neutrale Basis für alle Phasen – vom Bau bis zum Gebäudemanagement – flexibel und sicher fließen?

    Open-BIM-Systeme, welche auf der international standardisierten Data Space Technologie aufgebaut sind, bieten Datengebern und Datenempfängern Souveränität und eine hohe Sicherheit. Damit erhöht sich die Bereitschaft, auch sensible Daten zur Verfügung zu stellen, welche in weniger vertrauenswürdigen Systemen, wo Daten, wenn sie einmal geteilt sind, nicht mehr unter Kontrolle des Datengebers sind, nicht geteilt werden.
     

  • Welche Kernkompetenzen und Erkenntnisse aus anderen Branchen können im Bauwesen bereits jetzt adaptiert werden, um die Implementierung von BIM zu erweitern?

    Data Spaces werden heute schon in anderen Branchen, wie z. B. dem Management der internationalen Automobilzulieferketten, erfolgreich eingesetzt. Es handelt sich also um erprobte Systeme, deren wesentliche Elemente sich bei ISO in der internationalen Standardisierung befinden. Das gibt auch den Nutzern im Bauwesen die Sicherheit, auf eine international anerkannte, stabile und erprobte Technologie zu setzen. 

    Zusätzlich werden aktuell Konzepte entwickelt und erprobt, wie Data Spaces KI-Systeme (Agentic AI) durch Governance sicherer machen können und wie KI-Systeme im Zusammenspiel mit Data Spaces optimal genutzt werden können (Data Spaces for AI & AI for Data Spaces).

Wir danken Dr. Achatz für seine Einblicke und die Impulse dazu, wie Data Spaces einen sicheren und souveränen Datenaustausch im Bauwesen unterstützen und Open-BIM sowie neue KI-Anwendungen mit verlässlichen Datenstrukturen verbinden können.

Die im Interview geäußerten Einschätzungen und Aussagen geben die persönliche fachliche Position des Interviewpartners wieder. Für die Inhalte seiner Antworten ist Herr Dr. Reinhold Achatz verantwortlich.

Im Auftrag von:

Logo von  Bundesministerium der Verteidigung Logo von  Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Logo von