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Campus Douaumont-Kaserne in Hamburg
Integrierte Projektabwicklung (IPA), BIM und Lean Management beim Bundeshochbau

Newsletter Ausgabe 09/2026

 

Auf dem Gelände der Douaumont-Kaserne (DOK) in Hamburg-Jenfeld entwickelt die Bundeswehr den Campus DOK für die Helmut-Schmidt-Universität grundlegend weiter. Mit einer Entwicklungsfläche von 205.000 Quadratmetern zählt das Vorhaben nach Angaben des Bundesbaus zu den größten Bauprojekten Deutschlands. Ziel ist es, zeitgemäße Rahmenbedingungen für Forschung, Lehre und akademische Ausbildung an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr zu schaffen.

Grundlage für die weitere Campusentwicklung ist ein aus dem Siegerentwurf des Planungswettbewerbs 2022 entwickelter Masterplan.

Abbildung 1: Modell Masterplanung zum Entwurf des Wettbewerbsgewinners h4a Gessert + Randecker Architekten

Für die Umsetzung haben sich Bauherr und Bauverwaltung nach dem städtebau- und freiraumplanerischen Wettbewerb für die Integrierte Projektabwicklung (IPA) entschieden. Organisiert wird das Vorhaben als Projektallianz: Bundesbau Hamburg, Planungsbeteiligte und Ausführungspartner arbeiten auf Grundlage eines Mehrparteienvertrags gemeinsam an Planung und Realisierung. Dieses Abwicklungsmodell führt die Projektbeteiligten frühzeitig in eine gemeinsame Organisationseinheit zusammen und richtet ihre Zusammenarbeit am Gesamterfolg des Vorhabens aus. 

Bereits während der Vorbereitungs- und Vergabephase setzte die Projektorganisation Elemente der integrierten Zusammenarbeit ein, beispielsweise BIM und Lean-Management als transparente Arbeits- und Planungsmethode.

Während BIM die Planungsinformationen strukturiert und koordiniert, unterstützt Lean-Management transparente Arbeits- und Entscheidungsprozesse. Durch die frühe Zusammenarbeit von Planung, Ausführung und Bauverwaltung lassen sich Projektrisiken bereits frühzeitig identifizieren, um sie in der Planungsphase gezielt zu bearbeiten.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass das Lehr- und Forschungsbetrieb während der gesamten Bauzeit weiterläuft. Der modulare Aufbau der Bestandsgebäude und die städtebauliche Konzeption der Neubauten ermöglichen eine abschnittsweise Realisierung und Inbetriebnahme. Fragen der Zugänglichkeit, Betriebsfähigkeit, Umzüge und Übergaben fließen daher frühzeitig in die Ablaufplanung ein. Zugleich sollen flexible Gebäudestrukturen künftige Veränderungen in Lehre, Forschung und technischer Ausstattung aufnehmen können.

Hinzu kommen die Anforderungen des Denkmal- und Ensembleschutzes. Die Bestandsgebäude aus den 1970er-Jahren sowie zentrale Teile der Freianlagen stehen unter Schutz und prägen die gestalterischen und technischen Rahmenbedingungen für Sanierung und Neubau. Energetisch ertüchtigte Fassaden und zeitgemäße Dämmkonzepte sollen den langfristigen Erhalt des Bestands sichern. Parallel dazu werden die Freianlagen revitalisiert und zu einem zusammenhängenden grünen Campusraum weiterentwickelt.

Abbildung 2: HSU Ansicht Hauptgebäude

Mit IPA, BIM, Lean-Management und einer gemeinsamen Risikostreuung schafft das Projekt die organisatorischen Voraussetzungen, um Sanierung, Neubau, Mobilitätseinrichtungen und Freianlagen koordiniert umzusetzen. Die Projektallianz arbeitet von 2026 bis 2035. Der Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2035 geplant.

 

Hauptquelle: Bundesbau

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