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BIM-Turbo auf der Schiene: Kinzigtalbahn wird in Rekordzeit modernisiert

Zwölf Monate, drei Bahnhöfe, ein Ziel – ein eng getakteter Fahrplan: Die Kinzigtalbahn im Schwarzwald wurde barrierefrei ausgebaut. Enge Zeitfenster, komplexe Bauabläufe und die Koordination mehrerer Gewerke an parallellaufenden Standorten machten das Projekt zu einer besonderen Herausforderung. Die durchgängige Einphasenplanung – bei der alle Leistungsphasen von der Vorplanung bis zur Ausführungsplanung in einem Schritt erstellt und im Modell integriert wurden – ermöglichte, Bauphasen zu verschlanken, Entscheidungen zu beschleunigen und den engen Zeitplan einzuhalten.

 

Zwischen Hausach und Freudenstadt verläuft die 39 Kilometer lange Kinzigtalbahn. Als die Modernisierung dreier Stationen beschlossen wurde, standen ehrgeizige Vorgaben im Raum: Barrierefreiheit, längere Bahnsteige und das alles innerhalb eines Jahres. 

 

Digitale Werkzeuge als Beschleuniger

Beim barrierefreien Ausbau der Kinzigtalbahn zwischen Hausach und Freudenstadt wurden sämtliche Schritte – von der Erfassung des Ist-Zustands bis zur Bauausführung – vollständig digital umgesetzt. Ausgangspunkt war ein genaues 3D-Modell, erstellt aus einer Punktwolke, die per Laserscan gewonnen wurde. Aus diesem Modell wurden alle weiteren Aufgaben gesteuert: von der Planung und Kollisionsprüfung bis hin zur Ermittlung von Mengen und Kosten. Auch während der Bauphase flossen aktuelle Informationen kontinuierlich zurück ins Modell – zum Beispiel durch das Erfassen von Baufortschritten mit dem Smartphone. So standen allen Beteiligten jederzeit aktuelle und verlässliche Daten zur Verfügung, was schnelle Entscheidungen und die sofortige Lösung auftretender Probleme ermöglichte.

 

Transparenz auch für die Öffentlichkeit

BIM erleichterte nicht nur die Abstimmung im Projektteam. Über 3D-Visualisierungen auf dem Bauschild erhielten Anwohnende einen Eindruck vom künftigen Endergebnis. Zusätzlich konnten sie über einen QR-Code den aktuellen Baufortschritt verfolgen. Für die Bauausführung kamen farbcodierte Pläne zum Einsatz, die den Einbau von Bauteilen klar und verständlich darstellten.

 

Mehr als nur barrierefrei

Das Projekt gilt als technischer Erfolg, weil es trotz des straffen Zeitplans termingerecht abgeschlossen wurde und die Arbeiten dank der durchgängigen BIM-Planung mit hoher Präzision umgesetzt werden konnten. Die Bahnsteige sind nun vollständig barrierefrei, länger und auf steigende Fahrgastzahlen vorbereitet. Zudem ist die Strecke für den Einsatz moderner batterieelektrischer Züge ausgerüstet – ein wichtiger Schritt hin zu einer umweltfreundlicheren Mobilität. Durch den digitalen Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten verlief die Abstimmung reibungslos, sodass Fehler und Nacharbeiten weitgehend vermieden wurden.

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