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Vom Pilotprojekt zum kommunalen Arbeitsinstrument
– Weisendorf entwickelt einen Digitalen Zwilling

Newsletter Ausgabe 08/2026

 

Der Markt Weisendorf im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt zeigt, wie sich Digitale Zwillinge auch in kleineren Kommunen als Instrument für Planung, Verwaltung und Bürgerbeteiligung etablieren lassen. Aus einem Pilotprojekt entwickelt sich schrittweise eine zentrale Daten- und Arbeitsumgebung, die unterschiedliche Fachbereiche miteinander verbindet und neue Möglichkeiten der datengestützten Entscheidungsfindung für Kommunen eröffnet. 

 

TwinBy als Ausgangspunkt 

Das Pilotprojekt entstand aus der Initiative TwinBy – Digitale Zwillinge für Bayern, in deren Rahmen das Bayerische Staatsministerium für Digitales insgesamt 17 kommunale Projekte aus allen sieben bayerischen Regierungsbezirken förderte. 

Neben der technischen Umsetzung stand insbesondere der Aufbau von Datenkompetenzen im Mittelpunkt. Kommunale Mitarbeitende sollten unterstützt werden, Daten systematisch zu erfassen und für fachliche Entscheidungen nutzbar zu machen. Die Projekte wurden mit der Smart District Data Infrastructure der Technischen Universität München verknüpft. Diese schafft eine Grundlage für eine standardisierte Beschreibung sowie den organisationsübergreifenden Austausch von Daten und Anwendungsfällen.

Im Rahmen des Projektes konzentrierte sich Weisendorf zunächst auf das Thema Innenentwicklung. Die hierfür geschaffene technische und organisatorische Grundlage bildet inzwischen die Basis für weitere kommunale Anwendungen.

 

Daten als Grundlage kommunaler Entscheidungen

In Weisendorf umfasst die Datenbasis unter anderem Informationen aus dem Amtlichen Liegenschaftskatasterinformationssystem (ALKIS), Orthofotos, 3D-Gebäudemodelle, Befliegungsdaten, Bebauungspläne, das Baulückenkataster sowie Befahrungs- und Laserscandaten. Die Fachbereiche in der Kommune arbeiten weiterhin in ihren jeweiligen Anwendungen, der Digitale Zwilling dient als gemeinsame Integrationsplattform. 

Die technische Grundlage bilden kommunale Geodaten, GIS-Anwendungen und digitale Stadtmodelle. Für einzelne Bau- und Infrastrukturvorhaben können zusätzliche BIM-Modelle integriert werden. Während GIS den räumlichen Kontext beschreibt, liefert BIM Informationen zu Bauwerken und technischen Anlagen. Die Verbindung beider Ansätze ermöglicht einen durchgängigen Informationsfluss zwischen Planung, Bau und Betrieb und schafft eine durchgängige Datenkette.

Der erste Schwerpunkt des Projekts lag auf der Innenentwicklung, also der Nutzung und Weiterentwicklung bereits bebauter oder erschlossener Flächen. Durch die Zusammenführung von Informationen zu Baulücken, Leerständen, Grundstücken und Bebauungsplänen werden Entwicklungspotenziale innerhalb bestehender Siedlungsbereiche sichtbar. Planungsvarianten lassen sich räumlich einordnen und anhand dreidimensionaler Modelle anschaulich bewerten. 

Inzwischen wird der Digitale Zwilling für weitere Aufgaben ausgebaut. Dazu zählen unter anderem die Planung des Winterdienstes, das Management der Straßenbeleuchtung, Potenzialanalysen im Bereich Photovoltaik sowie die kommunale Wärmeplanung und Maßnahmen zur Klimaanpassung. Die Verknüpfung von Gebäude-, Infrastruktur-, Umwelt- und Versorgungsdaten schafft belastbare Grundlagen für Bürgerschaft und Entscheidungsträger im gesamten Gemeindegebiet.

 

Erkenntnisse für die Praxis

Das Pilotprojekt Weisendorf zeigt, dass sich Digitale Zwillinge schrittweise entlang kommunaler Aufgaben integrieren lassen. Die Kombination aus finanzieller Förderung, fachlicher Begleitung, Qualifizierung und Erfahrungsaustausch erleichtert insbesondere kleineren Kommunen, die eigenen personellen und technischen Kapazitäten effizienter einzusetzen. 

Für die langfristige Nutzung eines Digitalen Zwillings sind neben einer modularen technischen Architektur vor allem hochwertige Daten, klar definierte Verantwortlichkeiten und abgestufte Zugriffsrechte erforderlich. Ebenso ist eine personelle und finanzielle Absicherung erforderlich. Erst dieses Zusammenspiel macht den Digitalen Zwilling zu einer nachhaltigen Grundlage für datenbasierte kommunale Planung und Verwaltung.


Hauptquelle: Digitaler Zwilling - Bürgerinfo - Markt Weisendorf

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