Zum Inhalt springen

Drei Fragen an Stephan Weber

Der BIM Deutschland-Beirat im Fokus

Newsletter Ausgabe 05/2024

 

Der Beirat berät das Kompetenzzentrum BIM Deutschland bei fachlichen Fragestellungen und fungiert als Schnittstelle zwischen Baupraxis und Politik. Im Beirat sind alle relevanten Rollen der Wertschöpfungskette Bau vertreten. Durch die weitreichende und exzellente Praxiserfahrung seiner Mitglieder unterstützt der Beirat die Implementierung der Digitalisierung im Bauwesen und ist ein wichtiger Impulsgeber. 

Weitere Informationen zum Beirat und seinen Mitgliedern finden Sie hier

Die neue Reihe „Der BIM Deutschland-Beirat im Fokus“ startet mit drei Fragen an Architekt Stephan Weber. Er verrät unter anderem, welche Auswirkungen digitale Arbeitsmethoden wie BIM und KI auf die Zukunft der Architektur haben werden.

Steckbrief

Name: Dipl.-Ing. Stephan Weber

Position und Tätigkeiten: Freier Architekt, Bund Deutscher Architekten (BDA),Architekturbüro AAg Architekten GmbH, Heidelberg; Ehrenamt: Vizepräsident Architektenkammer Baden-Württemberg

Rolle im Beirat: Vertretung der Architekturbüros

Beiratsmitglied seit: 2021

  • Herr Weber, Sie sitzen seit 2021 im Beirat von BIM Deutschland. Wie gestaltet sich ihre Arbeit im Gremium und welche konkreten Themen beschäftigen Sie in diesem Rahmen momentan?

    Die Zeit der Neuorganisation der Geschäftsstelle und der politischen Vertretung wurde im Beirat konstruktiv genutzt. Wir haben Empfehlungen zur strategischen Ausrichtung und Weiterentwicklung von BIM Deutschland in einem Positionspapier fixiert. Dies bestimmte für mich die Arbeit im Beirat in den vergangenen Monaten. Das Ergebnis hat ganz maßgeblich zur Klärung unserer Aufgaben beigetragen und wird die künftigen Inhalte der Beiratsdiskussionen bestimmen.
     

  • Building Information Modeling soll zum Standard in der Baubranche werden. Die Einführung beeinflusst auch die Arbeitsweise in der Architektur. Wie gestaltet sich der Berufsalltag von Architektinnen und Architekten zukünftig?

    Durch BIM ist die Erfassung, Auswertung und Verknüpfung aller bauwerksrelevanten Daten möglich; dabei arbeiten alle Beteiligten künftig durchgehend gemeinsam am integrierten und attribuierten Modell. Die echte Revolution im Arbeitsalltag der Architekten wird neben dem digitalen Zwilling aber durch die Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) im Planungsbüro erfolgen. Damit stehen uns revolutionäre Entwicklungen mit bislang kaum absehbaren Möglichkeiten bevor, die auch BIM Deutschland und der Beirat im Blick haben müssen.  
     

  • Laut der aktuellen Studie "Europäisches Architektenbarometer" wird BIM bereits in 45 Prozent der europäischen Architektenbüros eingesetzt. Deutschland liegt mit knapp einem Drittel im Mittelfeld – wie kann die BIM-Implementierung in Deutschland beschleunigt werden?

    Die Herausforderungen liegen meines Erachtens weniger bei den Architekturbüros, die bereits weitgehend am digitalen Modell arbeiten, als bei den sonstigen Beteiligten in der Wertschöpfungskette Bau. Solange „echtes BIM“ weder auf Bauherrenseite noch auf Seite der Industrie und des Handwerks gefordert oder genutzt wird, gestaltet sich die Einführung schwierig. BIM Deutschland kann dabei Standards setzen und wichtige Grundlagenarbeit leisten – insbesondere für die öffentliche Hand als Bauherr.
     

Wir danken Herrn Weber für das Gespräch und die fachlichen Einblicke.

Die im Interview geäußerten Einschätzungen und Aussagen geben die persönliche fachliche Position des Interviewpartners wieder. Für die Inhalte seiner Antworten ist Herr Weber verantwortlich.

Im Auftrag von:

Logo von  Bundesministerium der Verteidigung Logo von  Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Logo von